Welterbe und Kulturlandschaft. Bestand und Herausforderungen am Beispiel der Kurlandschaft von Bad Kissingen

Heile Bäder? - Herausforderungen und Möglichkeiten im Welterbe Bad Kissingen. Jahrestreffen Denkmalnetz Bayern am 2./3. Oktober 2026

Samstag, 3. Oktober 2026

Kulturlandschaft im denkmalpflegerischen Verständnis

  • Die Kulturlandschaft also ist demnach „das Ergebnis der Wechselwirkung zwischen naturräumlichen Gegebenheiten und menschlicher Einflussnahme im Verlauf der Geschichte.“

  • Der Verweis auf die Geschichte und ihren Verlauf bedingt den folgenden Satz: „Dynamischer Wandel ist daher ein Wesensmerkmal der Kulturlandschaft.“

  • Die historische Kulturlandschaft ist ein Ausschnitt aus der aktuellen Kulturlandschaft, der sehr stark durch historische Elemente und Strukturen geprägt wird. Ebenso wie in einem Baudenkmal können in der historischen Kulturlandschaft Elemente aus unterschiedlichen zeitlichen Schichten nebeneinander und in Wechselwirkung miteinander vorkommen.

  • Strukturen und Elemente einer Kulturlandschaft sind dann historisch, wenn sie in der heutigen Zeit aus wirtschaftlichen, sozialen, politischen oder ästhetischen Gründen nicht mehr in der vorgefundenen Weise geschaffen würden, sie also aus einer abgeschlossenen Geschichtsepoche stammen.

Kulturlandschaft als gesellschaftliches Konstrukt

  • Neben ihrer materiellen Ebene besitzt die historische Kulturlandschaft auch eine mediale Dimension: Sie ist mit Bedeutungen und Repräsentationen aufgeladen und muss als Produkt wissenschaftlicher, individueller wie kollektiver Konstruktionen sowie individueller Wahrnehmung und sozialer Interaktion verstanden werden.

  • Neben aller landschaftlichen und baulichen Materie ist die Kulturlandschaft ein geistiges Konstrukt, das erst entsteht, wenn es erfasst, erforscht und vermittelt wird.

  • Was wir als Kulturlandschaft verstehen, ist ein Produkt gesellschaftlichen Aushandelns, was aber keineswegs zu einem einheitlichen, von allen gesellschaftlichen Gruppierungen akzeptierten Ergebnis führen muss.

Materielle und mediale Ebene der Kulturlandschaft

Ebenen der Kulturlandschaft. Grafik: Thomas Gunzelmann 2024

Ebenen der Kulturlandschaft. Grafik: Thomas Gunzelmann 2024

UNESCO-Definition

“Combined works of nature and of man”

„Kombinierte Werke der Natur und des Menschen“, die die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und des Siedlungswesens im Laufe der Zeit unter dem Einfluss der physischen Zwänge und/oder der Möglichkeiten, die sich durch die natürliche Umwelt ergeben, und der aufeinander folgenden sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte, sowohl von außen als auch von innen, veranschaulichen

  1. Designed landscapes (Entworfene, bewusst gestaltete Landschaften)

  2. Organically evolved landscapes (organisch entwickelte Landschaften): Subtypen

    • fossile Kulturlandschaften
    • gewachsene, fortdauernde Kulturlandschaften
  3. Associative landscapes (assoziative Landschaften)

Aktuell in der UNESCO-Welterbeliste eingetragene Kulturlandschaften

Problematik der UNESCO-Kulturlandschaften

  • Zweifelsohne hat die Einführung von Kulturlandschaft als potenzielles Welterbe der UNESCO sehr viel für die Thematik im Kulturerbe-Diskurs und darüber hinaus in der breiteren Öffentlichkeit getan.

  • Der Kulturlandschaftsbegriff der UNESCO ist jedoch problematisch: Die historische Bedeutung von Kulturlandschaft speist sich zu einem guten Teil aus ihrer Komplexität. Die UNESCO sucht nach „einfachen“ Kulturlandschaften und schließt Kulturlandschaften vielschichtiger Tiefe und solche mit landschaftswirksamen Brüchen in ihrer Entwicklung aus.

Aber was hat das mit den „Great Spa Towns“ zu tun:

  • In der Beschreibung der Welterbestätte „Great Spa Towns of Europe“ ist zu lesen: Diese Ensembles [die Kurstädte] fügen sich alle in einen städtebaulichen Gesamtkontext ein, der eine sorgfältig gestaltete Freizeit- und Therapielandschaft in malerischer Umgebung umfasst.

  • Diese zu den Kurstädten gehörende Landschaft kann als „therapeutic and recreational spa landscape“ oder als „Kurlandschaft“ bezeichnet werden.

  • Damit beschreibt sie eine „Dominantenlandschaft“, wie eine Industrielandschaft, Weinbaulandschaft oder Klosterlandschaft, bei der ein Faktor die Landschaft wesentlich bestimmt.

  • Eine so beschriebene Landschaft ist eine konstruierte Kulturlandschaft mit materiellen Elementen, die erst durch ihre Erfassung, Vermittlung und Aushandlung zum Tragen kommt.

The Great Spa Towns of Europe

This transnational serial property comprises eleven spa towns, located in seven European countries: Baden bei Wien (Austria); Spa (Belgium); Františkovy Lázně; Karlovy Vary; Mariánské Lázně (Czechia); Vichy (France); Bad Ems; Baden-Baden; Bad Kissingen (Germany); Montecatini Terme (Italy); and City of Bath (United Kingdom). Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

This transnational serial property comprises eleven spa towns, located in seven European countries: Baden bei Wien (Austria); Spa (Belgium); Františkovy Lázně; Karlovy Vary; Mariánské Lázně (Czechia); Vichy (France); Bad Ems; Baden-Baden; Bad Kissingen (Germany); Montecatini Terme (Italy); and City of Bath (United Kingdom). Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Rousseau und sein „Programm“ für die Ausgestaltung von Kurlandschaften

On part à son moment, on s’arrête à sa volonté, on fait tant & si peu d’exercice qu’on veut. On observe tout le pays; on se détourne à droite, à gauche; on examine tout ce qui nous flatte; on s’arrête à tous les points de vue.

Jean Jacques Rousseau: Émile, ou De l’éducation (1762)

Man bricht nach Belieben auf, rastet, wenn es einem behagt, und macht größere oder kleinere Tagesreisen, je nach Lust und Laune. Man betrachtet die ganze Gegend; wendet sich bald zur Rechten; bald zur Linken, untersucht Alles was einen ergötzt, und macht an allen Aussichtspunkten halt.

(Deutscher Text nach Projekt Gutenberg-DE, S. 383)

Das Zitat von Rousseau enthält zwei entscheidende Aspekte:

  • Die endgültige Emanzipation des Weges vom Ziel. Damit wird die freie Bewegung in der Natur zum Therapeutikum, nicht nur für den Körper, sondern auch für Geist und Seele.

  • Rousseau gibt mit seiner knappen Beschreibung des zweckfreien Gehens damit bereits ein Programm für die Kurgäste seiner Zeit vor, was die Kurorte dazu veranlassen musste, Sorge dafür zu tragen, dass dies auch in ihrer Umgebung stattfinden konnte.

Die Elemente der frühen Kurlandschaft

Grundsätzliche Elemente einer frühen Kurlandschaft

  • Der Spaziergang
  • Der Ausblick
  • Der Rast- und Vergnügungsort
  • Der Gedächtnisplatz – Naturphänomene, Geschichtsstätten und gesetzte Denkmäler

Die Kurorte mussten seit der Mitte des 18. Jahrhunderts Einrichtungen schaffen, um dem Kurgast die Annäherung an die räumliche und emotionale Struktur des zweckfreien, emotionalen und damit therapeutischen Gehens zu erleichtern.

Frühe Bedeutung der Landschaft im Umfeld von Bad Kissingen

Sebastian Goldwitz 1795

„eine der wohlgeordnetsten und reichsten Landschaften vor, wo Natur, Zufall und Menschenfleiß sich vereinet haben, den Ankommenden zum Aufenthalte in dieser Gegend anzulocken“

Johann Evangelist Wetzler (1774–1850) 1821

„So bilden Berge, theils mit Eichen-, theils mit Tannenwaldungen bekränzt, Wiesengründe vom schönsten Grün, und von einem Flusse durchschlängelt, blühende Weinhügel, fruchtbares Ackerland, reiche Obstgärten und mitten inne das bethürmte Städtchen, eine reizende Landschaft“

„an angenehmen Spaziergängen ist kein Mangel“

„Spaziergänge“ um Kissingen

  • Die ersten, eigens angelegten „Spaziergänge“ in Kissingen gehen wohl auf die Initiative des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim 1768 zurück –> Kaskadental

Das Kaskadental mit seinen Fußwegen und Brückchen auf der Umaufnahme um 1850. © Bayerische Vermessungsverwaltung

Das Kaskadental mit seinen Fußwegen und Brückchen auf der Umaufnahme um 1850. © Bayerische Vermessungsverwaltung

Das Kaskadental – früher Spaziergang in die „verbesserte“ Natur. Foto: Thomas Gunzelmann

Wege in die „Umgebung“

Umgebungskarte im Führer von Balling 1842

Umgebungskarte im Führer von Balling 1842

Umgebungskarte im Führer von Balling 1871

Umgebungskarte im Führer von Balling 1871

Frühe Wege

Lindesmühlpromenade: 1823 bereits ein Fußweg entlang der Saale Richtung Lindesmühle erwähnt, vor 1837 schon zur Allee ausgebaut. Foto: Alexandra Nadler

Lindesmühlpromenade: 1823 bereits ein Fußweg entlang der Saale Richtung Lindesmühle erwähnt, vor 1837 schon zur Allee ausgebaut. Foto: Alexandra Nadler

Die Salinenpromenade 1821 erwähnt, vor 1850 Roßkastanien-Allee. Foto: Birgit Schmalz

Die Salinenpromenade 1821 erwähnt, vor 1850 Roßkastanien-Allee. Foto: Birgit Schmalz

Die Wege der Terrainkuren

Konzept der „Terrainkuren“ 1884

Max Joseph Oertel (1835-1897)


vier Kategorien von Wegen:


  • ebene, leicht begehbare
  • Wege mit mäßiger Steigung
  • längere Wege mit stärkerer Steigung
  • steile, mühsame Bergpfade

Bad Kissingen 1886

Wendelin Dietz / Edgar von Sohlern: Bad Kissingen als Terrainkurort für Fettleibige und Kranke mit Kreislaufstörungen, Bad Kissingen 1886

Die Terrainwege von Bad Kissingen 1913

Die Terrainwege von Bad Kissingen 1913

Wetterschutzhütten am Weg

Die Ilgenhalle, Wetterschutzhütte im Schweizerhausstil von 1851. Foto: Thomas Gunzelmann

Die Ilgenhalle, Wetterschutzhütte im Schweizerhausstil von 1851. Foto: Thomas Gunzelmann

Erhaltene Wetterschutzhütten in der Kurlandschaft Bad Kissingen

Wetterschutzhütten in der Kurlandschaft Bad Kissingen. Datenerhebung: Alexandra Nadler / GIS: Thomas Gunzelmann, Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Wetterschutzhütten in der Kurlandschaft Bad Kissingen. Datenerhebung: Alexandra Nadler / GIS: Thomas Gunzelmann, Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Historische Wege in der Kurlandschaft Bad Kissingen

Zwischen 1795 und 1910 in Kurführern beschriebene Wege. Datenerhebung: Alexandra Nadler / GIS: Thomas Gunzelmann, Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Zwischen 1795 und 1910 in Kurführern beschriebene Wege. Datenerhebung: Alexandra Nadler / GIS: Thomas Gunzelmann, Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Die Technisierung des Fußwegs in Kurstädten

Während andere Kurstädte, beginnend mit der Malbergbahn in Bad Ems 1887, zur Erleichterung der Wege auf Standseilbahnen setzten, führte Bad Kissingen bereits 1877 regelmäßig zwischen dem Kern und der Saline verkehrende Schiffe ein. Foto: Thomas Gunzelmann

Während andere Kurstädte, beginnend mit der Malbergbahn in Bad Ems 1887, zur Erleichterung der Wege auf Standseilbahnen setzten, führte Bad Kissingen bereits 1877 regelmäßig zwischen dem Kern und der Saline verkehrende Schiffe ein. Foto: Thomas Gunzelmann

Der Ausblick

  • Der Ausblick, ja sogar der Blick überhaupt ist ein wesentlicher Bestandteil des Bewegens in der freien Landschaft.

  • Eigentlicher Zweck des Spaziergangs: der ästhetische Genuss der „Natur“ und dessen Rückwirkung auf den Menschen. Augen dabei sogar wichtiger als die Füße.

  • Neben dem Blick auf die Berge und in die Landschaft wurde aber zunehmend der Blick vom Berg auf die Landschaft oder den Kurort wichtig.

  • Entwicklung der Aussichtspunkte: naturnahen Ausblicke –> bestehende Bergsymbole (Bäume, Kreuze, Kapellen) –> ephemere Aussichtsbauten –> ortsfesten Bauten

Früheste Erwähnungen von Ausblicken um Kissingen

Bereits durch Goldwitz 1795

  • Ausblick vom Stationsberg

  • 1794 Errichtung einer Steinbank durch den Meininger Herzog Georg Friedrich Karl am westlichen Hang des Saaletals bei der Lindlesmühle mit Blick auf die Stadt und auf die Ruine Bodenlauben

  • Blick von einem Häuschen am Ausgangs des Kaskadentals mit Blick auf die Stadt sowie auf die alte und die neue Saline

Ausblick vom Altenberg

Pavillon auf dem Altenberg mit dem Blick nach Norden ins Saaletal, schon vor 1830.

Pavillon auf dem Altenberg mit dem Blick nach Norden ins Saaletal, schon vor 1830.

Die Überhöhung des Ausblicks

Ludwigsturm (1881). Foto: Thomas Gunzelmann

Ludwigsturm (1881). Foto: Thomas Gunzelmann

Wittelsbacher Turm (1906). Foto: Thomas Gunzelmann

Wittelsbacher Turm (1906). Foto: Thomas Gunzelmann

Bismarckturm (1926-28), Foto: hh oldman, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54198135

Bismarckturm (1926-28), Foto: hh oldman, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54198135

Ausblicke heute

  • Blickbeziehungen einerseits auf das Zentrum deer Kurlandschaft gerichtet, also auf den Kurort selbst

  • anderseits auf die Berge und Burgen der Umgebung, auf die möglichst pittoreske Landschaft

  • Von den in den Kurführern nachgewiesenen, häufig aufgesuchten Ausblicken ist nur ein Teil erhalten.

  • 6 kaum eingeschränkt erlebbar

  • 4 teilweise erlebbar

  • 14 sind nicht mehr erlebbar

    • Aufwuchs
    • Überbauung
    • Mangelnder Unterhalt (Ludwigsturm)

Daten: Alexandra Nadler, GIS-Bearbeitung: Thomas Gunzelmann, Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Der Rast- und Vergnügungsort

Balling, Franz Anton: Die Heilquellen und Bäder zu Kissingen. 7. Auflage. Frankfurt 1871.

Klaushof

Der Klaushof heute. Foto: Thomas Gunzelmann

Der Klaushof heute. Foto: Thomas Gunzelmann

Die historischen „Vergnügungsorte“ in der Kurlandschaft Bad Kissingen

  • Bei den „Vergnügungsorten“ handelt es sich um historische Ausflugslokale und Parkanlagen außerhalb der Stadt, die bis 1914 eingerichtet wurden

  • die ältesten waren bestehende Einzelsiedlungen in Alleinlage um die Kurorte, vor allem Mühlen oder Jägerhäuser, aber auch bestehende Wirtshäuser in umliegenden Dörfern

Café Bellevue, Postkarte um 1900. (Quelle: Stadtarchiv Bad Kissingen, Postkartensammlung Josef Bötsch)

Café Bellevue, Postkarte um 1900. (Quelle: Stadtarchiv Bad Kissingen, Postkartensammlung Josef Bötsch)

Daten: Alexandra Nadler, GIS-Bearbeitung: Thomas Gunzelmann, Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Der Gedächtnisplatz

  • Naturphänomene

  • Geschichtsstätten

  • gesetzte Denkmäler

Naturphänomene

Die Kalktufftreppen gaben dem Kaskadental den Namen. Die natürlich bereits vorhandenen Staustufen wurden durch künstlich angelegte seit den 1760er Jahren erweitert. Foto: Thomas Gunzelmann

Die Kalktufftreppen gaben dem Kaskadental den Namen. Die natürlich bereits vorhandenen Staustufen wurden durch künstlich angelegte seit den 1760er Jahren erweitert. Foto: Thomas Gunzelmann

Ab etwa 1850 waren die „Wichtelhöhlen“ (verstürzte Buntsandsteinblöcke) ein von Spaziergängern stark frequentiertes Ziel. Temporär wurde dort auch Café ausgeschenkt. Foto: Togodumnus CC-BY-SA-3.0

Ab etwa 1850 waren die „Wichtelhöhlen“ (verstürzte Buntsandsteinblöcke) ein von Spaziergängern stark frequentiertes Ziel. Temporär wurde dort auch Café ausgeschenkt. Foto: Togodumnus CC-BY-SA-3.0

In die Kurlandschaft integrierte Geschichtsstätten

Schon der erste Kurführer von 1795 beschäftigt sich ausführlich mit der Ruine Botenlaube als Landmarke und Aussichtspunkt. Foto: Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek/Fotoarchiv Bernhard Johannes und Nachfolger, Bildnummer: ansi-000359

Schon der erste Kurführer von 1795 beschäftigt sich ausführlich mit der Ruine Botenlaube als Landmarke und Aussichtspunkt. Foto: Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek/Fotoarchiv Bernhard Johannes und Nachfolger, Bildnummer: ansi-000359

Spätestens seit 1850 taucht die Ruine der unvollendeten Kirche des Klosters Aura in den Kurführern auf. Adolph von Menzel hat sie des öfteren während seiner Aufenthalte in Kissingen als Motiv genutzt, um 1884.

Spätestens seit 1850 taucht die Ruine der unvollendeten Kirche des Klosters Aura in den Kurführern auf. Adolph von Menzel hat sie des öfteren während seiner Aufenthalte in Kissingen als Motiv genutzt, um 1884.

Gesetzte Denkmäler

Künstliche Felsengruppe mit Bronzetafel als Denkmal für Kaiserin Elisabeth von Österreich, die 1864 zur Kur in Kissingen weilte, errichtet 1907. Foto: Anna Hitthaler

Künstliche Felsengruppe mit Bronzetafel als Denkmal für Kaiserin Elisabeth von Österreich, die 1864 zur Kur in Kissingen weilte, errichtet 1907. Foto: Anna Hitthaler

Gedenktafel zur Erinnerung an den königlichen Hofgärtner Jakob Ickelsheimer auf dem Altenberg. Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bad_Kissingen_-_Gedenkstein_f%C3%BCr_Jacob_Ickelsheimer.JPG

Gedenktafel zur Erinnerung an den königlichen Hofgärtner Jakob Ickelsheimer auf dem Altenberg. Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bad_Kissingen_-_Gedenkstein_f%C3%BCr_Jacob_Ickelsheimer.JPG

Die historischen „Gedächtnisorte“

  • Bei den Gedächtnisorten handelt es sich Naturphänomene, Geschichtsstätten und gesetzte Denkmäler außerhalb der Stadt, die bis 1914 eingerichtet wurden

Jüngere Elemente der Kurlandschaft

Überwiegend Sportanlagen, die bald nach der Zeit entstanden, als die jeweiligen Sportart international in Mode kamen:

  • Tennisplatz

  • Golfplatz von 1910/11: die originale gärtnerische Anlage mit teils noch wesentlich älterem Laubbaumbestand und dem Kern des Clubhauses ist gut über- liefert.

  • Turnierplatz

  • Flugplatz

Turniergebäude von 1922. David Laudien (BLfD)

Turniergebäude von 1922. David Laudien (BLfD)

Schutz der Kurlandschaft

  • bei der Eintragung in die Welterbeliste der UNESCO 2021 lagen die meisten Teile der Kurlandschaft außerhalb der Ensembles der Bayerischen Denkmalliste

  • Die Stadt Bad Kissingen stellte zusammen mit dem BLfD Überlegungen an, soviel unterschiedliche Schutzformate (Naturschutz, Wasserwirtschaft, Bauleitplanung) zu bündeln, um den Schutz aller Teile des Welterbe-Gebietes zu gewährleisten

  • Ein kommunales Denkmalkonzept (KDK) sollte hier für die Grundlagen erarbeiten

  • UNSECO beharrte auf Schutz durch Denkmalschutzgesetze: “Confirming that the component parts of Bad Ems and Bad Kissingen are legally protected in their entirety as urban conservation areas.“

  • Mittlerweile zeigt die UNESCO auf ihrer Homepage, dass es doch noch andere Schutzmöglichkeiten gibt und verweist auf das Biosphärenreservat Rhön (Rechtsgrundlage ebenfalls auf Initiative der UNESCO)

Überblick über die Denkmalwerte nach der Eintragung

Verhältnis von Welterbe-Kernzone und Denkmalensembles zum Zeitpunkt der Eintragung in die Welterbeliste 2021. GIS-Bearbeitung: Thomas Gunzelmann, Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Verhältnis von Welterbe-Kernzone und Denkmalensembles zum Zeitpunkt der Eintragung in die Welterbeliste 2021. GIS-Bearbeitung: Thomas Gunzelmann, Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Denkmalwerte mit Blick auf die Kurlandschaft in der Welterbe-Kernzone. KDK Bad Kissingen Modul 1, Bearbeitung und Kartografie: Sebastian Gulden

Denkmalwerte mit Blick auf die Kurlandschaft in der Welterbe-Kernzone. KDK Bad Kissingen Modul 1, Bearbeitung und Kartografie: Sebastian Gulden

Aktueller Stand

Ensembleumgriff entspricht nun der Property. © Denkmalatlas BLfD/Bayerische Vermessungsverwaltung

Ensembleumgriff entspricht nun der Property. © Denkmalatlas BLfD/Bayerische Vermessungsverwaltung