Scheunenviertel in Oberfranken

Thomas Gunzelmann und Erhard Treude

Manuskript Stand 1986 (wenige markierte Ergänzungen 2021)

Forschungslage

Zum Themenkreis Scheunenviertel existiert weder aus geographischer, noch historischer, noch volkskundlicher oder baugeschichtlicher Sicht spezielle Literatur. Bisher befasste man sich nur ein einziges Mal in der landeskundlichen Literatur mit diesem Phänomen. In der Zeitschrift „Deutsche Gaue“Die Zeitschrift „Deutsche Gaue. Zeitschrift für Gesellschaftswissenschaft und Landeskunde, Anleitungen zu Beobachtungen und Forschungen in der Heimat“ wurde von Oberpfarrer Dr. Christian Frank in Kaufbeuren herausgegeben und hatte zunächst eine durch den Heimatschutz geprägte Ausrichtung, zu welcher bald völkische Elemente traten.

wurde 1927 ein Aufruf gestartet, um dieses anscheinend im gesamten deutschsprachigen Siedlungsraum verbreitete Phänomen in seinen regionalen Erscheinungsformen zu dokumentieren. Das Ergebnis dieser heimatkundlichen Umfrage beschränkte sich auf zwei Druckseiten, immerhin konnten jedoch in verschiedenen Teilen Deutschlands Scheunenviertel in unterschiedlichen Ausprägungen und unterschiedlicher Zeitstellung festgestellt werden.o.V.: Scheunen-Viertel, In: Deutsche Gaue. Zeitschrift für Gesellschaftswissenschaft und Landeskunde, 28 (1927), S. 7–9.

Zu einer weiteren Verfolgung dieser Thematik kam es nicht mehr. Immerhin stellt diese kleine Dokumentation zeitlich den ersten Hinweis zu Begriff und Erscheinung Scheunenviertel dar.

Da keine weitere Literatur zum Thema vorliegt, bot sich eine systematische Durchsicht der einschlägigen landeskundlichen, heimatkundlichen und lokalgeschichtlichen Literatur an, um der Erscheinung näher auf den Grund zu gehen. Auch hier blieb die Ausbeute relativ gering, was jedoch weiter nicht verwunderlich sein darf, denn selbst Einwohner von Orten mit Scheunenvierteln sind oft nicht in der Lage, anzugeben, ob sich im Ort ein Scheunenviertel befindet – so wenig als städtebauliches Phänomen wahrgenommen wird diese doch relativ häufig vorkommende Erscheinung.

Denn ersten Hinweis auf Scheunenviertel im oberfränkischen Raum aus landeskundlicher Sicht brachte der Volkskundler Eduard Rühl 1932.Rühl, Eduard: Kulturkunde des Regnitztales und seiner Nachbargebiete von Nürnberg bis Bamberg aufgezeigt an Kulturdenkmälern, Bamberg 1932, S. 189.

Er verwendete bereits den Begriff Scheunenviertel und erwähnte jene von Ebermannstadt und Gräfenberg. Früh und als einer der wenigen Autoren überhaupt bringt er auch einen Erklärungsversuch für die Ursache der Anlage dieser Viertel. Neben dem Feuerschutz führt er die Umstellung der in Frage kommenden Kleinstädte auf Landwirtschaft an, also eine Reagrarisierung nach missglückter Stadtgründung. Diese in Ansätzen von Rühl geäußerte Theorie wird noch im Weiteren zu verfolgen sein. Eine großangelegte Landeskunde des sogenannten „Gau Bayreuth“ von 1940 erwähnt das Vorkommen von Scheunenvierteln im fränkischen und oberpfälzischen Raum, führt ihre Entstehung vor allem auf Gründe des Brandschutzes zurück, weist aber ebenso darauf hin, dass Handel und Handwerk in diesen Städten nicht zur Existenzsicherung ausreichten.Scherzer, Hans: Gau Bayreuth. Land, Volk und Geschichte, 2. Aufl. München 1941, S. 299.

Eine Anleitung zur Bauernhausforschung in Bayern aus den 1950er-Jahren kommt zu dem Schluss, dass, …die Scheunenviertel in der Oberpfalz und in Oberfranken […] wohl immer durch obrigkeitliche Verordnung entstanden seien.Gebhard, Torsten: Wegweiser zur Bauernhausforschung in Bayern, München-Pasing 1957 (= Bayerische Heimatforschung 11), S. 152.

Hier kommt die Komponente der Planung in die Diskussion, die sich schon mit Blick auf die unterschiedliche städtebauliche Anlage keineswegs für alle Scheunenvierteln nachvollziehen lässt. Für die Fichtelgebirgsstädte Weißenstadt und Wunsiedel scheint dies gegeben als Folge des planmäßigen Wiederaufbaus nach Brandkatastrophen im 19. Jahrhundert.Taubmann, Wolfgang: Wunsiedel und Weißenstadt. Zwei Kleinstädte der inneren Fichtelgebirgshochfläche, In: Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft, (1971), S. 325–346; hier S. 331.

Das Werk der Geographin Gudrun Höhl über Funktionen und Strukturen fränkischer Städte und Märkte bringt kaum einen Hinweis zu Scheunenvierteln, obwohl sie auch die physiognomischeStruktur ihrer Beispielorte untersucht. Lediglich im Fall von Kronach erwähnt sie die Existenz von Scheunenvierteln.Höhl, Gudrun: Fränkische Städte und Märkte in geographischem Vergleich: Versuch einer funktionell-phänomenologischen Typisierung dargestellt am Raum von Ober-, Unter- und Mittelfranken, Bad Godesberg 1962 (= Forschungen zur deutschen Landeskunde 139), S. 196.

Auch die heimatkundlich-lokalgeschichtliche Literatur gibt sehr wenig her. Wenn auch für nahezu alle oberfränkischen Orte mit Scheunenvierteln lokalgeschichtliche Arbeiten existieren, so werden die Scheunenviertel direkt oder auch nur umschrieben sehr selten angesprochen. Das Heimatbuch von Ebermannstadt erwähnt bereits 1926, ohne den Begriff zu verwenden Reihen von Scheunen für Ebermannstadt und Pretzfeld, die aufgrund der engen und geschlossenen Bauweise innerhalb der Orte keinen Platz mehr gehabt hätten.Beck, Christoph: Ebermannstädter Heimatbuch: aus Anlaß des 600jährigen Stadtjubiläums, Ebermannstadt 1926, S. 24.

Die Baugeschichte von Hof benennt mehrfach Scheunenviertel und gibt stellenweise auch Auskunft über deren Verbleib.Ebert, Friedrich: Geschichte der Stadt Hof. Band V. Baugeschichte, Hof 1957.

Für Gößweinstein, Münchberg, Lichtenberg, Kronach, Marktredwitz sowie Pegnitz liegen lediglich reine Erwähnungen der dortigen Scheunenviertel vor.Helldorfer, Ludwig: Gößweinstein. Burg. Amt. Kirche. Gemeinde, Gößweinstein 1974, S. 566; Dietel, Karl: Münchberg, Münchberg 1963, S. 435; Waldenfels, Otto von: Kleine Chronik von Lichtenberg in Oberfranken, Lichtenberg 1960, S. 15; Fehn, Georg: Chronik von Kronach, Kronach 1950, S. 99; Braun, Hermann: Marktredwitz. Geschichts-, Lebens- und Raumbild einer bayerischen Grenzstadt, Marktredwitz 1955 (= Schriftenreihe der Volkshochschule der Stadt Marktredwitz 4), S. 141; Wolf, Gerhard Philipp/Tausendpfund, Walter/Bruckner, Reinhard: Pegnitz. Bilder einer Stadt im Wandel, Pegnitz 1980, S. 44.

Für die angrenzenden Gebiete Mittelfrankens und der Oberpfalz, wo teilweise in ähnlicher Dichte wie in Oberfranken Scheunenviertel auftreten, seien stellvertretend genannt: Velden, Erlangen, Schönsee und Kemnath.Tauber, Friedrich: Die Fachwerkscheunen von Velden, In: Unser Bayern, 25 (1976), S. 97; hier S. 97; Sandweg, Jürgen: Bauen und Wohnen im Wandel von 100 Jahren (1820-1920), In: Erlangen. Von der Strumpfer- zur Siemens-Stadt: Beiträge zur Geschichte Erlangens vom 18. zum 20. Jahrhundert, hrsg. v. Jürgen Sandweg, 2., korr. Aufl. 1983, S. 405–450; hier S. 407; Fehn, Hans: Schönsee in der Oberpfalz. Ein Beitrag zur Geographie der Zwergstädte, In: Zeitschrift für Erdkunde, 5 (1937), S. 221–228; hier S. 225; Seitz, Reinhard H: Zur Entwicklung der Stadt Kemnath. Von der „Kemenathe zu Markt und Stadt, In: Oberpfälzer Heimat, 15 (1971), S. 97–112; hier S. 10.

Von 40 bisher (1986) festgestellten oberfränkischen Scheunenvierteln werden somit in der landeskundlichen und heimatkundlichen Literatur nur etwa 10 erwähnt. Angaben über Größe, Bauweise und Nutzung werden nur in ganz geringem Maße gemacht. Etwas häufiger sind Hypothesen zur Entstehung dieser Anlagen, auf die am Ende des Beitrags eingegangen werden soll.

Die Tatsache, dass das Phänomen Scheunenviertel in der Literatur bisher kaum beachtet wurde, sollte nicht zu der Annahme verleiten, dass es sich hierbei um eine wenig eindrucksvolle, auch quantitativ zu vernachlässigende Erscheinung handelt. Immerhin existieren in mehr als der Hälfte aller oberfränkischen Städte und Märkte Scheunenviertel. Zudem ist es in der Geographie üblich – gerade auch in der historisch-landeskundlich ausgerichteten – physiognomisch auffällige Erscheinungen als Indikatoren für oft noch nicht bekannte Strukturen und Prozesse zu werten. Darüber hinaus ist die Erscheinung Scheunenviertel als ein historisches Kulturlandschaftselement zu betrachten, das aufgrund von Funktionsverlusten relativ stark bedroht ist. Dies allein macht eine Erfassung und Dokumentation notwendig.

Erscheinungsformen von Scheunenvierteln – Definition und Typologie

Definition und Abgrenzung zu äußerlich ähnlichen Strukturen

Da es in städtischen und ländlichen Siedlungen Mitteleuropas verschiedene Formen der Ballung von landwirtschaftlichen Bergeräumen gibt, muss zunächst der Begriff Scheunenviertel klar definiert werden und von anderen, ähnlichen Erscheinungen abgehoben werden.

Ein Scheunenviertel ist demnach eine Häufung von Scheunen ohne Hofanschluss in Randlage städtischer oder stadtähnlicher Siedlungen. Eine Mindestanzahl von Scheunen muss nicht gegeben sein, denn im Allgemeinen liegt die Zahl immer über fünf, meist jedoch über zehn Einzelbauten. Die Kriterien des fehlenden Hofanschlusses und und die Zugehörigkeit zu einer städtischen oder stadtähnlichen Siedlung heben Scheunenviertel deutlich von vergleichbaren Erscheinungsformen ab.

Sowohl in UnterfrankenArnold, Adolf: Das Maintal zwischen Haßfurt und Eltmann. Seine kultur- und wirtschaftsgeographische Entwicklung von 1850 bis zur Gegenwart, Hannover 1967 (= Jahrbuch der Geographischen Gesellschaft zu Hannover 1965), S. 243. für Haßfurt, eigene Feststellung für Eltmann und Bad Königshofen.

als auch in Teilen SüdniedersachsensBriefliche Mitteilung von Dr. Dietrich Denecke vom 25.2.1985 sowie Kühlhorn, Erhard, Blatt Moringen am Solling: Erläuterungsheft, Hildesheim 1976 (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen 2) für Moringen und Hardegsen.

existieren in ähnlich strukturierten Klein- und Zwergstädten Häufungen von Scheunen, die man als Scheunenstraßen bezeichnen könnte. Hier sind die Scheunen zwar auch zeilenartig angeordnet, wie es häufig bei Scheunenvierteln zu beobachten ist und ebenso wie bei diesen durch eine eigene Straße erschlossen sind, der sie die Front zuwenden. Die Scheunen bilden hier jedoch den rückwärtigen Abschluss des Hofraums und haben somit direkten Anschluss an die übrigen Gebäude der Betriebseinheit. Auch im westlichen Oberfranken, in Rodach (Neugasse), und im östlichen Oberfranken, in Kirchenlaibach (Scheunenstraße), existieren solche Scheunenstraßen.In Oberfranken beschränkt sich der bisherigem Kenntnisstand auf diese beiden Beispiele, weitere sind bei intensiverer Nachschau zu erwarten.

Trotz der auf den ersten Blick physiognomischen Gleichartigkeit mit manchen Scheunenvierteln ist dies ein anderes Phänomen, wenn auch nach Gestaltung und Entstehungsweise Parallelen zu den oberfränkischen und oberpfälzischen Scheunenvierteln auszumachen sind.

Scheunenzeile in Hemmendorf mit direktem Bezug zum Hof auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Foto: Thomas Gunzelmann 1985

Eine andere physiognomisch ähnliche Erscheinung tritt vereinzelt in ländlichen Siedlungen auf, die im 19. Jahrhundert neu planmäßig anlegt oder nach einem Brand wiederaufgebaut wurden. Als Beispiele lassen sich hier Hemmendorf (Unterfranken),Gunzelmann, Thomas: Hemmendorf im Itzgrund. Ein Beispiel ländlicher Siedlungsplanung des 19. Jahrhunderts, In: Jahrbuch der Coburger Landesstiftung, 30 (1985), S. 223–230.

Holzhammer (Oberpfalz)Landzettel, Wilhelm: Deutsche Dörfer, 1. Aufl. Braunschweig 1982, S. 315.

oder Riedhausen (Schwaben)o.V., Scheunen-Viertel (wie Anm. 2), S. 7.

anführen. Hier handelt es sich meist um kleine, rein agrarisch strukturierte Siedlungen, bei denen aus Brandschutzgründen oder anderen planerischen Erwägungen die Scheunen in Zeilen zusammengefasst wurden. Aber auch in diesen Fällen besteht eine direkte Beziehung zum übrigen Hof.

Grundrisstypologie

Scheunenviertel lassen sich trotz ihrer differenzierten und vielgestaltigen Erscheinungsformen zu einigen wenigen Grundtypen zusammenfassen. Zunächst werden Scheunenviertel nach ihrem jeweiligen Grundriss gegliedert, in Anlehnung an die in der Siedlungsgeographie übliche Gliederung der Ortsformen nach ihrem Grundriss. Zur eindeutigen Charakterisierung eines Scheunenviertels ist aber neben dem Grundriss ein weiteres Bestimmungselement notwendig, nämlich die Lage zur Siedlung. Dieses Lagemerkmal bezieht sich immer auf die Stadt, so wie sie zur Zeit der Anlage des Scheunenviertels bestand. Nahezu immer kann man dabei von der nachmittelalterlichen und vorindustriellen Stufe der Stadtentwicklung ausgehen, wie sie auf den Ortsblättern der Extraditionspläne des bayerischen Urkatasters um die Mitte des 19. Jahrhunderts dargestellt ist.

Zunächst jedoch sollen die Grundrissformen der Scheunenviertel betrachtet werden. Ähnlich wie in gängigen Typologien ländlicher SiedlungsformenBorn, Martin: Geographie der ländlichen Siedlungen. 1. Die Genese der Siedlungsformen in Mitteleuropa, Stuttgart 1977.

, kann auch hier zwischen regelhaften (geregelten oder geplanten) und regellosen (ungeregelten) Grundrisstypen unterschieden werden. Ob damit auch die Entstehung des Scheunenviertels als geplante oder ungeplante Anlage impliziert wird, kann hier nicht diskutiert werden.

Ungeregelte Formen

Ungeregelte Formen lassen sich in zwei Formentypen untergliedern: Die (Scheunen-)Reihe und die (Scheunen-)Ballung (oder Häufung). Die Scheunenreihe ist eine mehr oder weniger lockere, linienhafte Aneinanderreihung von mehreren Scheunen, wobei innerhalb der Reihe trauf- und giebelständige Scheunen miteinander abwechseln können. Ebenso ist eine strenge, regelmäßige Lage zur erschließenden Straße nicht erforderlich. Eine gewisse Bandbreite, von der relativ gleichmäßigen Aneinanderreihung mit wenigen Unregelmäßigkeiten (z.B. Waischenfeld – Fischergasse) bis zu weit auseinander gezogenen, sehr lockeren Formen (z.B Lichtenberg – Poststraße).

Scheunenreihe in Weidenberg (Wolfskehle). Foto: Erich Endres 1985

Die Scheunenballung ist die dichteste Form des Scheunenviertels, bei der Scheunen nicht nur einreihig aufeinanderfolgen, sondern in dichten Haufen nebeneinander stehen. In Anlehnung an den Begriff Haufendorf könnte man diese Form auch als Scheunenhaufen bezeichnen. Trauf- und Giebelständigkeit lassen keine Regelmäßigkeit erkennen, ebenso die Stellung zu der erschließenden Straße.

Scheunenballung in Ebermannstadt (Sägemühle). Foto: Thomas Gunzelmann 1982
Das Ensemble „Scheunenviertel an der Egloffsteiner Straße“ in Gräfenberg (Lkr. Forchheim) als Beispiel für eine Scheunenballung. Foto: BLfD Luftbilddokumentation, Nr. 5SR28007-6332/028, Klaus Leidorf, 18.05.2017

Die regionale Verbreitung dieser beiden Muster ist unterschiedlich. Scheunenreihen sind im gesamten oberfränkischen Raum verbreitet (anhand Kärtchen noch genauer überprüfen), während Scheunenballungen im Wesentlichen nur im südwestoberfränkischen Raum auftreten, so z. B. in Ebermannstadt (Sägemühle), Betzenstein (Vor dem hinterem Tor) oder in Gräfenberg (Egloffsteiner Straße).

Immer sind jedoch auch zusammengesetzte Formen denkbar. Scheunenviertel, die aus winkelig angeordneten Zeilen bestehen, kommen sogar häufiger vor, wie etwa in Weidenberg.

Regelhafte und geplante Formen

Die zweite Hauptgruppe der Grundrissformen von Scheunenvierteln betrifft die regelhaften Formen. Auch hier lassen sich zwei Grundformen herausbilden: Die Scheunenzeile und die Scheunengasse. Scheunenzeilen sind geradlinige Aneinanderreihungen von Scheunen ohne Wechsel in der Stellung zu erschließenden Straße. Zumeist sind die Scheunen ohne Baulücke oder nur mit geringem Abstand aneinandergereiht. Diese Form lässt sich nahezu ausschließlich auf Planung zurückführen. Beispielhaft hierfür steht die Scheunenzeile in Weißenstadt (Am See / Am Ehrenhain) feststellen.

Scheunenzeile in Weißenstadt (Lkr. Wunsiedel) an der Bayreuther Straße. Foto: Thomas Gunzelmann 1983

Eine zusammengesetzte Form aus zwei rechtwinklig aufeinander stoßenden Scheunenzeilen, die man als Scheunenhaken bezeichnen könnte, lässt sich in einigen Fällen beobachten (Münchberg - Stammbacher Straße). Die zweite regelhafte Grundform ist die Scheunengasse. Hier werden zwei parallel zueinander verlaufende Scheunenzeilen durch eine sie erschließende Straße getrennt. Ansonsten gelten die gleichen Charakteristika wie für die Scheunenzeile. Auch bei der Scheunengasse wird wohl nahezu immer eine geplante Entstehung zu vermuten sein. Beispiele hierfür sind in Weißenstadt (Wunsiedler Straße) oder in Kirchenlamitz (Weißenstadter Straße, südlich des Friedhofs – abgegangen) zu finden. Eine sehr selten vor kommende Sonderform ist die doppelte Scheunengasse, in Oberfranken existiert sie nur in Wallenfels (Im Schlag)Nachtrag 2021: Das Scheunenviertel ist wohl erst nach den beiden Großbränden des Jahres 1911 angelegt worden, Behrschmidt, Franz: Brandkatastrophen in Wallenfels vor 100 Jahren, In: Frankenwald, (2012), S. 12–13.

, außerhalb Oberfrankens ist sie aus Waldeck (Oberpfalz) bekannt.

Doppelte Scheunengasse in Wallenfels (Lkr. Kronach), wohl nach dem Brand von 1911 errichtet. Kartengrundlage: DOP 20 © Bayerische Vermessungsverwaltung

Die regionale Verbreitung dieser regelhaften Typen ist ähnlich wie die der Scheunenreihe, sie treten im gesamten Untersuchungsgebiet auf, allerdings mit einem deutlichen Schwerpunkt im östlichen Oberfranken, vor allem im Bereich des Fichtelgebirges.

Häufig treten aus regelhaften und regellosen Grundrißtypen zusammengesetzte Formen auf, vor allem dann, wenn eine jüngere Form eine ältere Form überlagert oder dann wenn ältere regelhafte Formen jüngere regellose Zubauten erhalten haben. In Ebermannstadt (Am Kirchenwehr) lässt sich ein derartiges Beispiel nachweisen, wo nach einem Brand im Jahr 1899, der den größten Teil des Scheunenviertels vernichtete, dieser Teil regelhaft wieder aufgebaut wurde.

Typologie der Grundrissformen oberfränkischer Scheunenviertel. Zeichnungen: Anja Wiegel 2021

Lagebeziehungen der Scheunenviertel

Scheunenviertel in Oberfranken unterschieden sich in ihrer Lage zum Stadtkern durchaus, es lassen sich dabei aber durchaus wiederkehrende Muster feststellen. Sehr regelhaft scheint auch die Lagebeziehung der Scheunen zu den besitzenden Anwesen zu sein. Eine gewisse Grundregel lässt sich auch hinsichtlich Besitzverhältnissen und Qualität der für die Scheunenviertel in Anspruch genommenen Areale feststellen.

Lage in Bezug auf den Stadtkern

Das zweite Gliederungsmerkmal betrifft die Lage zur Stadt. Hier lassen sich drei Grundtypen feststellen: Die konzentrische, die radiale und die eigenständig-separate Lage zur Stadt. Diese Lage wird von mehreren Faktoren mitbestimmt. Zum einem spielt die topographische Lage der Stadt selbst eine gewisse Rolle, weiterhin das für die Anlage von Scheunenvierteln verfügbare Gelände sowie die Lage der Betriebe innerhalb der Stadt und die Lage der wichtigsten Flurbereiche außerhalb der Stadt.

Unter der konzentrischen Lage von Scheunenvierteln versteht man eine städtebauliche Anordnung, die dem historischen Stadtrand linienhaft folgt, etwa an Stelle der historischen Stadtbefestigung (Weißenstadt - Gartenstraße) oder außerhalb dieser Befestigung. Auch die topographische Lage der Stadt auf einem Bergsporn kann eine konzentrische Lage bedingen, Beispiel hierfür ist Creußen. Die radiale Lage, bei der das Scheunenviertel entlang einer oder mehrerer aus der Stadt hinausführender Ausfallstraßen zu liegen kommt, ist der wohl am häufigsten vorkommende Lagetyp. Beispielhaft tritt er in Weißenstadt (Bayreuther Straße und Kirchenlamitzer Straße) auf. Der dritte Lagetyp, der meist im westlichen Teil des Verbreitungsgebietes auftritt, ist der eigenständig-separate. Dabei liegen die Scheunen in einem gewissen Abstand vom historischen Stadtrand und werden meist über eine selbstständige Erschließung erreicht. Musterhaft ist er in Ebermannstadt ausgeprägt, wo beide Scheunenviertel diesem Typus angehören. Vermutlich erwuchs dieser Lagetypus von der Notwendigkeit, das Scheunenviertel auf einem gemeindeeigenen Grundstück anzulegen.

Lagetypen von Scheunenvierteln in Bezug auf den Stadtkern. Entwurf und GIS-Bearbeitung: Thomas Gunzelmann, Kartengrundlage: Bayerische Vermessungsverwaltung – www.geodaten.bayern.de (CC BY-ND)

Nach diesen grundriss- und lagemäßigen Grundtypen lassen sich alle Erscheinungsformen oberfränkischer Scheunenviertel systematisieren und einordnen. Allerdings können in größeren Scheunenvierteln auch aus diesen Grundelemente zusammengesetzte Mischformen auftreten, wie etwa in Ebermannstadt (Kirchenwehr), wo eine zentrale regelhafte Scheunengasse mit kurzen Zeilen und regellosen allein stehenden Scheunen kombiniert ist.

Lage der Scheunen in Bezug auf die Anwesen der Besitzer

Anhand dreier Kleinstädte im heutigen Landkreis Bayreuth, Hollfeld, Pottenstein und Waischenfeld konnte auf der Basis der jeweiligen Grundsteuerkataster untersucht werden, in welcher räumlichen Beziehung die Scheunen zu den Wohnhäusern oder Hofanlagen ihrer Besitzer stehen.Endres, Erich: Entwicklung und Struktur von Scheunenvierteln im Landkreis Bayreuth, 1986, S. 30–36.; die entsprechenden Grundsteuerkataster StaBA K 237 Nr. 235 I/II (Hollfeld), K 229 Nr. 548 a,b (Pottenstein), K 237 Nr. 588 (Waischenfeld).

Dabei lassen sich hohe Übereinstimmungen feststellen. In allen analysierten Orten folgt die Beziehung zwischen Hof und Scheune dem gleichen Muster: Die Scheunen in den Scheunenvierteln gehören zu den Anwesen, die den jeweiligen Vierteln am nächsten liegen – es wurde also die geringstmögliche Entfernung vom Haus zur Scheune angestrebt. Dieses Verteilungsmuster lässt damit zwei Rückschlüsse zu. Zum einen müssen die Scheunenviertel in unterschiedlicher Lage dann mehr oder weniger zur gleichen Zeit entstanden sein, sonst hätten die einzelnen Stadtquartiere nicht gleichrangig bedient werden können. Zum anderen erfordert dieses Verteilungsmuster einen steuernden oder planenden Akt, sonst hätte sich eine solche Regelhaftigkeit nicht herausbilden können.Ebd., S. 36.

Ob der steuernde Akteur die Kommune oder die Landesherrschaft war, lässt noch nicht feststellen.

Räumliche Beziehung der Scheunen in Scheunenvierteln zu den besitzenden Anwesen in Pottenstein um 1850. Entwurf und Zeichnung: Erich Endres

Merkmale der für die Scheunenviertel in Anspruch genommenen Parzellen

Bei der Anlage von Scheunenvierteln wurde darauf geachtet, nach Möglichkeit keine landwirtschaftlich wertvollen Flächen in Anspruch zu nehmen. Dabei schreckte gerade im Bereich der Fränkischen Alb, wo sich die städtischen oder stadtähnlichen Siedlungen häufig durch ihre enge Tallage auszeichnen, auch nicht vor stark hängigen Gelände zurück, wie etwa in HollfeldEbd., S. 27.

oder in Gräfenberg. In Pottenstein suchte man Standorte auf, die wegen der umgebenden steilen Hänge lange beschattet wurden und damit ebenso wenig geeignet für andere Nutzungen waren.Ebd., S. 28.

Alter und zeitliche Schichtung oberfänkischer Scheunenviertel

Wie bereits dargelegt, ist die lokalgeschichtliche Literatur in Bezug auf das Phänomen Scheunenviertel sehr lückenhaft. Nur in wenigen Fällen wird die Existenz eines Scheunenviertels wahrgenommen und noch seltener werden Gründe zur Entstehung dieser Anlagen angegeben. Angaben zur Entstehungszeit der Viertel werden so gut wie nie gemacht. So muss nun im Folgenden versucht werden, durch eine Auswertung anderer erreichbarer Quellen näheres über Entstehungszeit und -anlass in Erfahrung zu bringen. Im Wesentlichen können hierbei drei wichtige Quellengruppen unterschieden werden:

  1. Urkunden und Akten

  2. Historische Karten und Pläne

  3. Statistisch-Topographische Beschreibungen aus dem frühen 19. Jahrhundert

Neben diese schriftlichen Quellen tritt noch eine materielle Quelle, die Scheune selbst. Das Alter einzelner Scheunen kann oft jedoch nur wenig zu dem Entstehungszeitpunkt ganzer Scheunenviertel aussagen, es sei den es handelt sich um ein klar ersichtlich aus einem Guss und zu einem Zeitpunkt errichtetes Viertel. Immerhin können sehr alte Scheunen in einem Viertel einen terminus ante quem abgeben, vor dem die Anlage errichtet wurde.

Schriftliche Quellen, insbesondere Akten und Urkunden und historische Karten und Pläne, sind für Oberfranken im Staatsarchiv Bamberg und in einzelnen Stadtarchiven gesammelt. Da die Stadtarchive, vor allem in den kleineren Orten, nur selten gut erschlossen sind, musste weitgehend auf das Material des Staatsarchiv Bamberg zurückgegriffen werden. Aber auch hier gestaltete sich die Suche nach einschlägigen Quellen nicht einfach. Obwohl es sich bei den Scheunenvierteln in vielen Fällen um augenscheinlich geplante Anlagen handelt, lassen sich keine Akten oder Urkunden finden, die sich direkt auf die Einrichtung eines Scheunenviertels beziehen. Hinweise finden sich dagegen oft in den Brandakten der Regierung von Oberfranken.StaBA K 3 F 4 Brandakten der Regierung von Oberfranken.

Diese Akten beschränken sich zeitlich auf das 19. und frühe 20. Jahrhundert, so dass man für weitere Informationen aus früherer Zeit überwiegend auf zufällige Funde angewiesen ist.

Pläne, Ansichten und Karten können etwa ab dem spätem 17. Jahrhundert für die kleineren Städte, wenn sie denn für diese existieren, Aufschluss geben. Für die größeren Städte lassen sich detailgetreue Pläne schon etwa 100 Jahre früher auffinden.Das bekannteste Beispiel in der Region ist der „Zweidler-Plan“ der Stadt Bamberg von 1604.

Das einschlägige Karten- und Planmaterial konnte im Staatsarchiv Bamberg komplett eingesehen werden.StaBA A 240 Karten- und Plansammlung. Nachtrag 2021: Inzwischen als Archivinventar publiziert: Winkler, Richard, Die handgezeichneten Karten des Staatsarchivs Bamberg bis 1780, München 2005 (= Bayerische Archivinventare 48).

Die topographisch-statistischen Beschreibungen, die am Ende des alten Reiches für die einzelnen Territorien angefertigt wurden, können in einigen Fällen ebenfalls Hinweise geben.Bundschuh, Johann Caspar: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Ulm 1799; Roppelt, Johann Baptist: Historisch-topographische Beschreibung des Kaiserlichen Hochstifts und Fuerstenthums Bamberg, Nürnberg 1801.

Das nachweisbar älteste Scheunenviertel stammt nicht aus dem oberfränkischem Raum, sondern aus dem mittelfränkischem Velden a. d. Pegnitz. Diese Stadt liegt jedoch nicht weit von den Orten mit Scheunenvierteln im südlichen Landkreis Forchheim und Bayreuth wie Betzenstein, Hiltpoltstein und Gräfenberg entfernt und wäre somit an diese Gruppe anzuschließen, denn im südlich gelegenen mittelfränkischen Raum bestehen in vergleichbaren Städten keine Scheunenviertel. 1511 richteten die Veldener ein Gesuch an den Rat der Stadt Nürnberg, die Städel, die vor der Zerstörung im bayerischen Erbfolgekrieg 1505 vor der Mauer standen, auch jetzt wieder außerhalb der Mauern aufbauen zu dürfen.Schwemmer, Wilhelm: Velden a.d. Pegnitz. Aus der Geschichte einer alten Stadt, Nürnberg 1976, S. 24.

Dies kann nur heißen, dass schon vor 1500 in Velden ein Scheunenviertel bestanden haben muss.

Der erste Beleg für ein Scheunenviertel im heutigen Oberfranken bezieht sich auf die Stadt Hof. Bereits im Jahre 1547 sollen 23 Scheunen vor den Toren gelegen sein.Ebert, Hof (wie Anm. 9), S. 203.

Zudem existiert ein Vogelschauplan eines unbekannten Zeichners. Schwierig ist die genaue Datierung des Planes, denn er zeigt die Jahreszahlen 1614 und 1641 nebeneinander. Dazwischen liegt der Stadtbrand von 1625, der das Stadtbild sicherlich veränderte. Die lokale Forschung neigt zu der Annahme, dass der Zeichner 1641 den Vorkriegstand und das Stadtbild vor dem Stadtbrand, also das Bild der Stadt im Jahr 1614 wiedergeben wollte.Ebd., S. 327.

Eindeutig sind auf dem Plan zwei Scheunenviertel auszumachen, sowohl im Westen als auch im Norden. Die Reihen sind auf dem Plan mit dem Wort „Scheunen“ gekennzeichnet und in der zeichnerischen Darstellungsweise von den Wohngebäudden unterschieden. Das nördliche Scheunenviertel ist etwa an der gleichen Stelle zu lokalisieren, an der sich auch heute noch ein Scheunenviertel befindet, an der Schleizer Straße westlich der Saale-Brücke.

Für das 17. Jahrhundert existiert noch ein weiterer Hinweis für die Stadt Bayreuth. Eine Feuerordnung aus dem Jahr 1672 für die Stadt Bayreuth bringt folgende Vorschrift im Absatz 14:StaBA C7 VIII 3100, Revidierte Feuerordnung aus anderen zusammengetragen und auf die Stadt Bayreuth gerichtet 1672

Es soll aber nicht verstattet werden/ in den Häusern der Stad/ oder Vorstätten/ neue Städel oder Scheunen aufzurichten/ noch jenige/ so allbereit erbauet sind/ mit Fütterung von Heu/ Strohe/ Fässern/ Holz/ Reusig/ Püscheln oder anderen überflüssig anzufüllen/ oder die Asche und ledige Bierfässer auf die Böden zu thun/ sondern in die Städel/ und andere sichere von dem Feuer abgelegenen Orte zu verschaffen.

Für das 18. Jahrhundert liegen Belege für die Existenz von Scheunenvierteln in größerer Zahl vor, aber doch immer noch auf sehr indirekte Art und Weise. So existiert ein Routenplan der Straße, die auf bambergischem Territorium von Forchheim über das Wiesenttal nach Bayreuth führte.StaBA B 54 Nr. 1985 fol. 90, Johann Jakob Loßkorn: „Grund-Riß über die auf bambergischen Territorio durch beyde Hochfürstlichen Amtere Vorcheim und Ebermannstadt gehende Landstraß von Erlang nacher Bayreuth“

Dieser vom Hochstiftsfeldmesser Joh. Jakob Loßkorn im Jahr 1752 gezeichnete Plan zeigt den Ort Ebermannstadt in Kavaliersperspektive insgesamt sehr generalisiert, wichtige Details wie die Lage der Brücken, der Kirche, des Rathauses und der Mühle sind jedoch topographisch richtig dargestellt. Zu beiden Seiten des Ortes, im Westen und im Osten, sind jeweils drei Gebäude ohne Fenster, aber mit einem großen Tor dargestellt. Dies lässt den Schluss zu, dass es sich dabei um symbolisch dargestellte Scheunenviertel handelt. Die Lage des westlichen neben der Kirche und die Lage des östlichen neben der Mühle stimmt auch mit der heutigen Lage überein, so dass diese auf alle Fälle schon im Jahr 1750 bestanden haben.

Der kaiserlich-egrische „Markt Redwitz“ (heute Marktredwitz) wurde aufgrund seiner territorialen Situation als Enklave in markgräflich-brandenburgischem Gebiet besonders häufig und relativ genau kartographisch festgehalten. Ein Plan in Kavaliersperspektive von Johann Friedrich Ullmann aus dem Jahr 1754 zeigt deutlich die beiden, an der Wunsiedler Straße und an der Egerer Straße gelegenen Scheunenreihen.StaBA A 240 T 1740 sowie A 240 R 986, Johann Friedrich Ullmann: “Delinatio der Grund Rainung, vornehmlich aber des davon in Disput gekommenen Districts von den Crucifix auf der steinern Brücke bei Dörflas ab bis zum Rainstein Nro. 9 bey den Armenhaus zwischen dem Hochfürstlich hohen Haus Brandenburg und den Kayserlichen Marckt Redwitz”

Auf einem Grundrissplan von Johann Christoph Stierlein aus dem Jahr 1772 sind zwei Scheunenviertel im Osten und Nordwesten des Marktes eingetragen. Sie werden mit „Obern Städel“ und „Untern Städel“ bezeichnet.StaBA A 240 T 47, Johann Christoph Stierlein: Delinatio des Kayserlichen Marckts Redwitz, wie solcer von den Hochfürstlichen Brandenburgisch Bayreuthischen Territorio mit 9 Creutzsteinen und den steinern Crucifix auf der Brücken bey Doerflas in seinen Bezirk umschlossen.

Eine Beschreibung der Stadt Creußen durch Johann Theodor Künneth von 1757 weist darauf hin, dass sich in der Vorstadt sehr viele Scheunen befänden, was darauf schließen lässt, dass auch in Ceußen in diese Zeit schon ein Scheunenviertel bestand.Kröll, Joachim: Geschichte der Stadt Creussen, Creussen 1958, S. 207f.

Ein weiterer behördlich-amtlicher Hinweis findet sich in der Neu revidierten Feuerlöschordnung für die „obergebürgische Residenzstadt Bayreuth“ von 1782.StaBA K 3 F IV 1

Darin heißt es in § 24:

Niemanden ist verstattet, in und an denen Häußern der Stadt und derer Vorstädte neue Städel aufzurichten, noch diejenigen, so allbereits erbauet sind, mit Fütterung von Heu, Stroh oder mit Fässern, Holz und anderen leichtlich feuerfangenden Zeuch anzufüllen, sondern es muß alle dergleichen Vorrath in die Städel vor die Thore und andere abgelegenen Orte verschafft und an Heu und Stroh oder sonstigen Fütterung niemahlen mehr, als was man auf eine Woche braucht, in der Stadt gelassen werden.

Diese Feuerlöschordnung gilt explizit nur für die Hauptstadt des Markgraftums Bayreuth. Hier existierten noch 1850 zwei Scheunenviertel: ein kleineres im Bereich der heutigen Jean-Paul-Straße und ein größeres in der heutigen Erlangerstraße südlich des Friedhofs.Bayerische Uraufnahme, in Bayreuth 1850/51 erstellt.

Beide vorhandenen Scheunenviertel sind heute spurlos verschwunden. Auch die Stadt Kulmbach muss schon vor 1800 ein Scheunenviertel besessen haben, denn in einer Gebäudeinspektion der Stadt Kulmbach heißt es: …hierauf folgen die Städel innerhalb und außerhalb des Bayreuther Thores…StaBA C 7 VIII 3003, Die Abschaffung der Schindeln und Bedachung der Häuser mit Ziegeln.

Es darf angenommen werden, dass die Bestimmung der Feuerlöschordnung auch für alle anderen Städte und Märkte des Markgraftums in ähnlicher Weise galt, auch wenn bisher keine entsprechende Feuerschutzbestimmung gefunden werden konnte. In Kulmbach befand sich das Scheunenviertel im Westen vor der Stadt an der Bayreuther Chaussee, östlich und nördlich des alten Friedhofes, im Bereich der heutigen Hardenbergstraße „Auf der Draht“. Um 1800 sollen es etwa 100 Scheunen gewesen sein, die in diesem Bereich räumlich konzentriert warenRöder, Karl: Kulmbach um 1800, Kulmbach 1929, S. 6; Nachtrag 2021: Gunzelmann, Thomas/Kühn, Angelika/Reichert, Christiane: Kulmbach: Das städtebauliche Erbe. Bestandsanalyse zur Erstellung eines städtebaulich-denkmalpflegerischen Leitbilds, München 1999 (= Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 102), S. 32f.

, auf der Bayerischen Uraufnahme lassen sich in dort etwa 60 ermitteln.

In seiner Beschreibung des Fürstbistums Bamberg gibt Johann Baptist Roppelt ebenfalls Hinweise auf Scheunenviertel. Hollfeld charakterisiert er folgendermaßen: …das Städtchen hat […] 75 Städel, welche insgesamt außer dem Städtchen stehen.Roppelt, Historisch-topographische Beschreibung (wie Anm. 27), S. 451.

In den Ortsblättern der Extraditionspläne des Urkatasters weisen nahezu alle Orte, die heute Scheunenviertel besitzen, schon ein solches auf. Damit kann allgemein die Behauptung aufgestellt werden, dass nahezu alle Scheunenviertel vor 1840/50 bereits bestanden, und die größte Zahl dieser auch bereits vor 1800 existierte, auch wenn für diese Zeit nur wenige Belege vorhanden sind.

Interessant ist es nun zu überprüfen, wie sich die Brände des 19. Jahrhunderts, die vor allem in Nordost-Oberfranken, also im Frankenwald und Fichtelgebirge fast alle Städte bedrohten, sich auf Existenz und Bestand von Scheunenvierteln auswirkten, sofern hier aus dem Aktenmaterial sichere Hinweise zu gewinnen sind. Sicher zu behaupten ist, dass Brandkatastrophen nicht in allen Fällen zur Anlage (oder zur Neuanlage) von Scheunenvierteln führten. Die Stadt Lichtenberg brannte am 18 April 1814 ab. Am 10. Mai 1814 erstattete das Landgericht Naila der Regierung einen Bericht über das Ausmaß der Brandschäden und schrieb: …dass noch die andere Reihe Häuser, sowie die vor dem Thore befindlichen Scheunen gerettet wurden.StaBA K 3 F IV Nr. 310 I, Die Feuersbrunst in Lichtenberg und die Wiedererbauung dieses Bergstädtchens

In Lichtenberg bestand also mindestens ein Scheunenviertel vor dem Brand, also vor 1814. Nach dem Brand sah man sich auch nicht genötigt, diese Anlage zu verändern oder abzuschaffen.

Ein Gegenbeispiel hierzu ist die Stadt Weißenstadt. Mit der Gesamtzahl von heute noch existenten 142 Scheunen in Scheunenvierteln stellt sie die Musterstadt für das Phänomen Scheunenviertel dar. Trotzdem sind die Scheunenviertel von Weißenstadt zu den jüngsten von Oberfranken zu rechnen, denn ihre Entstehung ist in Verbindung mit dem Stadtbrand von 1823 zu sehen. Am 9. Mai brannte nahezu die gesamte Stadt Weißenstadt mit 190 Wohnhäusern, 30 Städeln und 75 Nebengebäuden einschließlich aller öffentlichen Gebäude ab.Stadtarchiv Weißenstadt Fach 13c, Nr. 4

Nach dem Brand bildete die Regierung von Oberfranken eine Brandkommission und schickte sie nach Weißenstadt, damit sie sich ein Bild vom Schadensausmaß und von den Möglichkeiten zum Wiederaufbau der Stadt machen konnte. Sehr bald erkannte die Kommission in Übereinstimmung mit den Bürgern der Stadt, dass die mittelalterliche, relativ regelmäßige Anlage der Stadt mit ihren rechtwinkelig von der zentralen, etwa in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Hauptstraße abzweigenden Nebenstraßen auch den zu dieser Zeit gültigen Planvorstellungen genügen würde. Allerdings drängte die Regierung auf eine Entflechtung und Entkernung der eigentlichen Stadt dergestalt, dass die Scheunen aus dem Stadtbereich ausgelagert werden mussten. So wies die Regierung am 12.5.1823 den Geometer Trips, der die Aufgabe hatte, den neuen Grundriss zu vermessen und abzustecken, an, Plätze für die Standorte der Scheunen ausweisen zu lassen:

…sollte sich übrigens auch ergeben, dass die Straßen-Linien keiner großen Veränderung bedürfen, so bleibt es doch unerläßliche Bedingung, dass sämtliche Scheunen zur Aufbewahrung des Getreides und der Futter Vorräthe außerhalb der Stadt verlegt werden müssen. Die k. Regierungskommission soll daher gemeinschaftlich mit dem k. Landgericht und unter Zuziehung der Bau-Behörden und der Lokalbehörden außerhalb der Stadt die Plätze auszuwählen, wohin die Scheunen verlegt werden können und da der Bau der Scheunen so möglich noch vor der Ernte zur Ausführung kommen muß nach Bestimmung der Bauplätze und Baulinien die für die einzelnen Einwohner erfürderlichen Baustellen anweisen und abstecken zu lassen. StaBA K 3 F IVa Nr. 418/10, Den Brand zu Weißenstadt betr.

Am 18. Mai führte die kgl. Brandkommission mit dem Magistrat und den Gemeindebevollmächtigten eine Besichtigung der fraglichen Standorte durch. Neben den Städeln sollten das Brauhaus, das Schulhaus und die Kohlhütten der Nagelschmiede vor die Tore verlegt werden.StaBA K 3 F IVa Nr. 417, Brand zu Weißenstadt

Am 21. Mai konnte die kgl. Brandkommission der Regierung bereits die ausgewählten Plätze mitteilen:

3. Die Städel sollen zu stehen kommen:

a) Theils vor dem Baireuther Thor, nemlich erster Grund, das Weiherland, wenn man aus der Stadt kommt. Grund und Boden gehört überall dem Nathan Salmstein und mußt von diesem auch erst erworben werden. Er ist übrigens ganz innothlos.

b) Theils auf dem Grundstücken der Poierten vor den Thoren, in sofern solche in gehöriger Entfernungrung von der Stadt liegen

c) Theils auf dem Gemeindeanger vor dem Wunsiedler Thore

d) Theils vor dem Zeller Thore

4. Die Kohlhütten werden vor dem Kirchenlamitzer Thor auf einen Gemeindeplatz verwiesen, der fern von der Stadt und in gehöriger Entfernung von den Stadeln gelegen war.StaBA K 3 F IVa Nr. 417 / 40, Brand zu Weißenstadt

Bereits am 5.11. konnte der Brandkommissar Seggel an die Regierung berichten, dass schon 124 Städel und 12 Schuppen (womit die Kohlhütten gemeint waren) erbaut wurden.StaBA K 3 F IVa Nr. 418 II / 144, Die Feuersbrunst zu Weißenstadt

Hier wurden also innerhalb kürzester Zeit planvoll nicht nur ein oder zwei, sondern sieben Scheunenviertel und ein Kohlhüttenviertel (das sich physiognomisch nicht von den Scheunenvierteln unterscheidet) angelegt. Dabei wurde in der Regel die strenge Form der Scheunenzeile gewählt. An der Wunsiedler Straße befindet sich auch eine Scheunengasse. Darüberhinaus wurde eine hochgradige Gleichartigkeit des Aussehens der Scheune erreicht, denn die Bauherren hatten sich nach zwei Modellplänen für Holz- oder Steinscheunen zu richten.

Dieses Bild ist auch heute noch weitgehend erhalten und verdient strengen Schutz und Erhaltungsbemühungen, da es in dieser Ausprägung wohl einmalig ist.

Etwas anders verlief es beim Wiederaufbau der Stadt Teuschnitz nach dem Brand vom 3.8.1844. Bereits am 5.8. verfügte die Regierung von Oberfranken, dass Scheunen nur wie vorher in den Hofräumen erbaut werden dürften, wenn sie massiv erbaut und durch Brandmauern von den anderen Gebäuden getrennt werden würden. Für Holz- oder Fachwerkscheunen sollten durch das Landgericht gesonderte Bauplätze ausgewiesen werden.Stadtarchiv Teuschnitz II, b 21.4

Diese Verordnung führte nur beschränkt zur Auslagerung von Scheunen aus dem Stadtbereich, da auch Ausnahmen vorgesehen waren.Vgl. Ortsblatt zum Extraditionsplan Teuschnitz. Beilage zu NW CVIII.6 1857

Am 2.9. 1929 brannte jedoch die ganze Stadt Teuschnitz erneut bis auf die Grundmauern ab. Begünstigt wurde nach Ansicht der Regierung die Ausbreitung des Brandes durch …die engen Straßen, die dichte Bebauung der meist schmalen Grundstücke mit Scheunen, Schupfen und Schutzdächern ect. aus Holz, die meist angefüllt waren mit leicht brennbarem Material.K 3 1971 Nr. 11021 Wiederaufbau des brandgeschädigten Teils zu Teuschnitz

Die Regierung forderte nach diesem Brand einen Bebauungsplan, in dem Straßenzüge zur ausschließlichen Bebauung mit Scheunen vorgesehen waren. Diesmal wurden keine Ausnahmen mehr zugelassen.K 3 1971 Nr. 11021 Wiederaufbau des brandgeschädigten Teils zu Teuschnitz

Somit ist dieses im Jahr 1930 neugeplante Scheunenviertel das jüngste der oberfränkischen Scheunenviertel ohne einen direkten Vorläufer an Ort und Stelle.

Der Wiederaufbau von bereits bestehenden Scheunenvierteln nach Bränden oder Zerstörungen fand durchgehend im 19. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts statt. Das westliche Ebermannstädter Scheunenviertel wurde nach einem Brand im Jahr 1899 verändert in der Grundrißgestaltung wieder aufgebaut. Das Scheunenviertel in Kirchenlamitz (am Reicholdsgrüner Weg ) hinter dem Kirchhof, das 1926 abbrannte, wurde nicht wieder aufgebaut, dagegen jenes an der Weißenstädter Straße, welches 1945 zerstört wurde.Schriftl. Mitteilung der Stadt Kirchenlamitz vom 29.7.1982

Es ist heute das von der Bauweise her modernste Scheunenviertel in Oberfranken.

Verlegungen von Scheunenvierteln fanden selbst im 19. Jahrhundert noch in größeren Städten statt, wie z.B. in Erlangen, wo das Altstädter Scheunenviertel wegen des Baues der Eisenbahn und der Höherlegung der Dechsendorfer Straße zumindest teilweise abgebrochen werden musste. Als der Rest 1845 durch Brand vernichtet wurde, legte man 1846 an anderer Stelle ein neues Scheunenviertel an.Sandweg, Bauen und Wohnen (wie Anm. 11), S. 407.

Über Scheunenviertel, die nie durch Brandeinwirkung gefährdet oder vernichtet wurden, liegen begreiflicherweise keine Aktennachrichten vor. Hier lassen sich jedoch aus der Bausubstanz bzw. aus Bauinschriften gewisse Rückschlüsse auf das Alter der Viertel ziehen. So finden sich in den Scheunenvierteln der Stadt Betzenstein Fachwerkscheunen, die sich sicher in die Jahre 1768 bzw. 1766 datieren lassen, weitere Scheunen stammen ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert.Denkmalliste der Stadt Betzenstein 9.7.80 sowie eigene Erhebungen

Ebenso lassen sich Scheunen in Gräfenberg, Ebermannstadt und in Weidenberg mindestens ins 18. Jahrhundert datieren.Eigene Erhebungen. Nachtrag 2021: Die Fachwerkscheunen des Scheunenviertels in Gräfenberg an der Bayreuther Straße gehen überwiegend in die Wiederaufbauphase nach dem Dreißigjährigen Krieg zurück (2. Hälfte 17./18. Jh.), vgl. Gunzelmann, Thomas, Beispiel: Das Kommunale Denkmalkonzept „Scheunenviertel Gräfenberg“ – Ideen für eine aus der Zeit gefallene Siedlungsform, In: Das kommunale Denkmalkonzept, München 2017 (= Denkmalpflege-Themen 8), S. 53

Somit lässt sich feststellen, dass Scheunenviertel vom ausgehenden 15. Jahrhundert (Velden) bis in die 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts (Teuschnitz) angelegt wurden. Aufgrund der relativ dürftigen Quellenlage ist es jedoch schwierig, Entstehungszeitschichten regional oder nach Stadttypen und Stadtgrößen zu bilden.

Immerhin scheint es so zu sein, dass Scheunenviertel in größeren Städten wie Hof, Kulmbach oder Bayreuth sehr früh entstanden, aber auch früh wieder verschwanden.

In den Städten des Fichtelgebirges und des Frankenwaldes sind Scheunenviertel oft Neuanlagen des 19. Jahrhunderts aufgrund behördlicher Vorschriften nach großen Stadtbränden, wie im Falle von Wunsiedel, Weißenstadt und Teuschnitz. Im Bereich des Vogtlandes und des Münchberger Raumes scheint die Anlage von Scheunenvierteln etwas früher erfolgt zu sein, wie z.B. in Lichtenberg.

Scheunenviertel im Bereich der Fränkischen Alb sind immer Anlagen des 18. Jahrhunderts, wenn nicht des 17. Jahrhunderts oder noch älter; belegbar z.B. für Hollfeld, Waischenfeld, Ebermannstadt, Betzenstein, Gräfenberg, Pegnitz und Velden.

Thesen zur Entstehung von Scheunenvierteln

In der bisherigen dünnen Literaturlage werden einige Ursachen für die Anlage von Scheunenvierteln genannt. Als Erklärung für dieses Phänomen muss der Brandschutz, der Platzmangel, obrigkeitliche Anordnung und schließlich die Reagrarisierung von Klein- und Mittelstädten in Betracht gezogen werden. Die ersten drei Thesen gehen auf einer oberflächlichen städtebaulich oder stadtstrukturellen Ebene Hand in Hand, während der vierte Ansatz wohl tatsächlich eine Erklärung dafür liefern kann, warum es in Städten überhaupt Scheunen braucht.

Scheunenviertel aus Brandschutzgründen

Vordergründig stellen schon die Feuerordnungen des 17. und 18. Jahrhunderts eine Verbindung zwischen Brandschutz und Scheunenvierteln her. Die Bayreuther Verordnung von 1672 geht davon aus, dass brennbare Güter in den Städeln und damit außerhalb der Stadt verwahrt werden sollten.StaBA C7 VIII 3100, Revidierte Feuerordnung aus anderen zusammengetragen und auf die Stadt Bayreuth gerichtet 1672.

Die Feuerlöschordnung für Bayreuth von 1782 wird noch deutlicher, hier sollen die entsprechenden Gegenstände in die Städel vor die Thore verbracht werden.StaBA K 3 F IV 1, § 24.

Ein direkter Zusammenhang zwischen Brandgefahr und der Errichtung von Scheunenvierteln lässt sich bei nachweislich jüngeren Anlagen feststellen. Prominentestes Beispiel ist Weißenstadt, wo Scheunenviertel erst nach dem Brand von 1823 errichtet wurden. Bis in das 20. Jahrhundert hinein greift man dann auf dieses Konzept zurück, wie das Beispiel Wallenfels zeigt.

Scheunenviertel aufgrund behördlicher/staatlicher Anordnungen

Obrigkeitliche Verfügungen stehen belegbar in Zusammenhang mit der Umgestaltung von Stadtgrundrissen und der Anlage von Scheunenvierteln vor allem im 19. Jahrhundert, auch hier darf wieder auf das Beispiel Weißenstadt verwiesen werden. Aber auch die beiden Brände in Teuschnitz 1844 und noch 1930 führten zu entsprechenden Anweisungen. Auch wenn bisher noch keine archivalischen Nachweise aufgefunden wurden, so ist doch auch bei älteren Anlagen auf Grund ihrer topographischen Zuordnung und der häufigen Lage auf Gemeindegrund von einem steuernden Eingriff der Obrigkeit auszugehen. Erst recht gilt dies für Orte, wo Scheunenviertel auf Privatgrund und damit über mehrere private Parzellen hinweg erbaut wurden.

Scheunenviertel aus Platzmangel

Die Klein- und Zwergstädte Oberfrankens besaßen zum Teil minimale Ausdehnung. Dies trifft vor allem auf die Städte und stadtähnlichen Siedlungen der Fränkischen Alb zu Das Nürnberger Landstädtchen Gräfenberg etwa hatte innerhalb der Ummauerung eine Nord-Süd-Ausdehnung von 180 und 100 Meter von Ost nach West, mithin eine Fläche von gerade 2,3 Hektar. Der Ort hatte Markt- 1337 und 1371 Stadtrechte erhalten. Nur unwesentlich größer ist die Fläche innerhalb der Mauer von Velden, die etwa 2,9 ha umfasst. Waischenfeld weist 3,3, Betzenstein 3,6, Creußen 4,1 und Pottenstein 5 ha auf. Dabei besitzen alle diese Ort innerhalb der Mauern eine Schloss oder Burganlage, die von großzügigeren Freiflächen oder steilen, unbebaubaren Hangflächen umgeben ist. Die Uraufnahmen des 19. Jahrhunderts vermitteln durchaus den Eindruck, dass hier auf den einzelnen Parzellen neben dem Haupthaus kaum mehr Platz für Nebengebäude ist. Die topographische Lage tut hier ein Übriges: sie liegen entweder wie Creußen und Hollfeld in Hochlage mit von Natur aus begrenzter Fläche oder sie sind wie Velden, Gräfenberg oder Waischenfeld in enge Tallagen gepresst.

Stadtkern von Gräfenberg innerhalb der Ummauerung des 14. Jahrhunderts. Kartengrundlage: Bayerische Vermessungsverwaltung – www.geodaten.bayern.de (CC BY-ND)

Diese Bedingungen treffen aber auf andere Orte mit Scheunenvierteln kaum zu. Der Kern etwa des Marktes Weidenberg liegt zwar auf einem erhöhten Sporn über der Steinach, dennoch zerfloss die Siedlungsstruktur sowohl auf die Hochfläche als auch in die Talaue hinein, wo durchaus Platz für Hofareale einschließlich von Scheunenbauten gewesen wäre, was aber kaum der Fall war. In Kronach dagegen besitzen die Anwesen in den Vorstädten die klassische Struktur des Hakenhofes einschließlich einer querstehenden Scheunen, während die der dicht gebauten und ummauerten Oberstadt sowie der eingezwängt zwischen Haßlach und Mauer liegenden Unterstadt ihre Scheunen im östlich an der Rodach gelegenen Scheunenviertel besitzen.

Scheunenviertel aufgrund der Reagrarisierung von Kleinstädten

Der Frage, warum überhaupt Ballungen von Scheunen, also landwirtschaftlicher Bergeräume in Städten auftreten, geht implizit nur die Hypothese der Reagrarisierung von Kleinstädten nach, die erstmals schon 1932 für Ebermannstadt postuliert wurde und nochmals für den gleichen Ort wiederholt wurde.Rühl, Kulturkunde (wie Anm. 3); Förtsch, Georg: Ebermannstadt. Ein Heimatbuch, Ebermannstadt 1973, S. 33.

Dazu ist zumindest kurz die Diskussion um die durchaus schlagwortartigen Begriffe „Minderstadt“ und „Ackerbürgerstadt“ zu streifen. Nach Heinz Stoob besitzt eine Minderstadt gegenüber dem Dorf doch deutlich mehr rechtliche Privilegien, kann sich aber in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Dynamik kaum von oft ähnlich großen ländlichen Siedlungen absetzen. Sie zeichne sich durch ein Gehemmtsein in der Entwicklung aus.Stoob, Heinz: Minderstädte. Formen der Stadtentstehung im Spätmittelalter, In: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 46 (1959), S. 1–28; hier S. 41.

Der Begriff Ackerbürgerstadt weist bereits in die Richtung, dass die Einwohner solcher Städte sich eben auch oder in der Mehrheit von der Landwirtschaft zu ernähren hatten.Den Begriff hat wohl Max Weber in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt. Danach sind Ackerbürgerstädte solche, welche als Stätten des Marktverkehrs und Sitz der typischen städtischen Gewerbe sich von dem Durchschnitt der Dörfer weit entfernen, in denen aber eine breite Schicht ansässiger Bürger ihren Bedarf an Nahrungsmitteln eigenwirtschaftlich decken und sogar auch für den Absatz produzieren. Vgl. Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft, hrsg. v. Johannes Winckelmann, 5. Aufl. Tübingen 1976, S. 730f.

Die Theorie der „Reagrarisierung“ – die eigentlich besser als „Agrarisierung” zu bezeichnen wäre, folgt nach Eckart Schremmer folgendem Muster: In der ersten Phase nach den Stadtrechtsverleihungen des 12./13. Jahrhundert (für die hier zur Diskussion stehenden Beispiele wäre auch das 14. Jahrhundert heranzuziehen) bestand eine grundsätzliche Aufgabenteilung zwischen Stadt und Dorf. Die Dörfer erzeugten landwirtschaftliche Produkte, die Städte dagegen handwerkliche und gewerbliche im weitesten Sinne, das Ganze unter den Bedingungen von Marktzwang und Bannmeile. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts begann sich diese Arbeitsteilung schrittweise aufzulösen. Gewerbliche Tätigkeit breitete sich auf das Land aus, umgekehrt zog die agrarische Produktion in die Städte ein. Träger dieses Prozesses waren auf der Seite des Landes die entstehenden nachbäuerlichen Schichten (Söldner, Köbler), auf der Seite der Stadt die formal selbstständigen Handwerksmeister, die ohne agrarischen Nebenerwerb aber nicht überleben konnten. Am Ende dieses Prozesses stand etwa um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert die faktische Aufhebung der ursprünglichen Arbeitsteilung zwischen Stadt und Land.Schremmer, Eckart: Überlegungen zur Bestimmung des gewerblichen und des agrarischen Elements in einer Region. Fragen und Probleme - auch zum Thema der Werturteile, In: Agrarisches Nebengewerbe und Formen der Reagrarisierung im Spätmittelalter und 19./20. Jahrhundert, hrsg. v. Hermann Kellenbenz, Stuttgart 1975 (= Forschungen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 21), S. 1–28; hier S. 16f.

Ein solcher Befund lässt sich sicherlich für viele der mit Scheunenvierteln versehenen Städte feststellen. Datenreihen, die die sozialtopographische Struktur von der Stadtgründung – meist erst im Spätmittelalter – bis in das 19. Jahrhundert hinein in ihrer Entwicklung nachvollziehen lassen, liegen noch nicht vor. Daher wird hier auf den Status quo am Ende der Entwicklung Bezug genommen. Dabei zeigt sich, dass der Anteil der teilweise oder ganz in der Landwirtschaft tätigen Stadtbürger in den näher untersuchten Orten Hollfeld, Pottenstein und Waischenfeld über 80% erreichen konnte.

Anteile landwirtschaftlicher Erwerbsgruppen in Hollfeld, Pottenstein und Waischenfeld um 1850.Endres, Entwicklung und Struktur (wie Anm. 20), S. 51.

Erwerbsgruppen Hollfeld Pottenstein Waischenfeld
ausschließlich landwirtschaftlich Tätige 12,36 1,23 9,83
gewerbetreibende Landwirte 52,92 54,92 37,37
Landbautagelöhner und Gesinde 16,13 16,93 36,66
Handwerker und Händler 7,91 19,62 0,0
Dienstleistung 8,41 5,04 8,18
Arme 2,37 2,35 7,89

Zusammmenfassend zeigt eine Statistik des Jahres 1822, dass sich von den 32681 Gewerbebetrieben Oberfrankens nur 25% (8082) in Städten, 22% (7071) in Märkten, dagegen 53% (17428) in Dörfern befanden.Fried, Pankraz: Reagrarisierung in Südbayern seit dem 19. Jahrhundert, In: Agrarisches Nebengewerbe und Formen der Reagrarisierung im Spätmittelalter und 19./20. Jahrhundert, hrsg. v. Hermann Kellenbenz, Stuttgart 1975 (= Forschungen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 21), S. 177–194; hier S. 183.

Dennoch besaßen auch diese Zwerg- und Kleinstädte rechtliche Privilegien und zentrale Funktionen in verwaltungsmäßiger, wirtschaftlicher, kirchlicher und politischer Hinsicht gegenüber dem auch auf sie bezogenem Umland. Ohne die Quellen des 14. Jahrhunderts systematisch auswerten zu können, zeigen doch die Bamberer Bischofsurbare dieser Zeit ihre Sonderstellung. Im Rechtsbuch des Bischofs Friedrich von Hohenlohe von 1348 wird Pottenstein „oppidum“, die Einwohner „ciues“ genannt. Die einzelnen Anwesen tragen die auch in der Stadt Bamberg verwendete Bezeichnung „area“, im Gegensatz zu den in den Dörfer üblichen Kategorien wie „mansus“ oder „feudum“. Die üblichen Abgaben landwirtschaftlicher Produkte fehlen, bis auf die im Hochstift singuläre Sonderkultur „papauberis (Mohn)“Höfler, Constantin: Friedrichs von Hohenlohe, Bischofs von Bamberg Rechtsbuch 1348, Bamberg 1857, S. 158.

Ihre Entstehung verdanken diese Städte in erster Linie der Intensivierung der Territorialpolitik der regionalen Herrschaftsträger im 14. Jahrhundert.Störmer, Wilhelm: Die Gründung von Kleinstädten als Mittel herrschaftlichen Territorialaufbaus, gezeigt an fränkischen Beispielen, In: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte, 36 (1973), S. 563–585; hier S. 564.

Zumeist lehnen sich die Scheunenviertel-Städte gerade im Raum der Fränkischen Alb an eine Burg an. Häufig stehen sich solche Städte – unterschiedlichen Territorien zugehörig – in geringer Entfernung in den Grenzbereichen der Herrschaften gegenüber. Es ist anzunehmen, dass bei ihrer Anlage das fortifikatorische Element und wenig später auch das verwaltungsmäßige den wirtschaftlichen Aspekt bei weitem überwogen.Ebd., S. 575.

Sicherlich spielten Handwerk und Handel von Anfang eine gewisse Rolle, das Marktrecht wird dazu beigetragen haben. Aber bei der relativ hohen Städtedichte, verschärft noch durch die eingestreuten, ebenfalls Handwerk treibenden ritterschaftlichen Orte wird dies als Nahrungsgrundlage bald nicht mehr ausgereicht haben, so dass sich die Bürger zunehmend der Landwirtschaft als Nebenerwerb oder überwiegendem Erwerb zuwenden mussten. Gemarkungen in geeigneter Größe besaßen diese Kleinstädte. In den Räumen territorialer Zersplitterung mit hoher Städtedichte spricht einiges für das Erklärungsmuster der Reagrarisierung.

Allerdings besaßen auch die mittelgroßen Residenzstädte Kulmbach und in dessen Nachfolge Bayreuth sowie die Stadt Hof ebenfalls Scheunenviertel, obwohl dort keinesfalls mit einer „Verbäuerlichung“ der Bürger im großen Stil zu rechnen ist. Auch in diesen Städten spielte die Landwirtschaft eine Rolle. Setzt man jedoch die Zahl der Scheunen in Beziehung zur Zahl der Anwesen, so wird man auf einen erheblichen geringeren Anteil wie in den Kleinstädten kommen, wo leicht 70% aller Hausbesitzer eine Scheune in den Scheunenvierteln besitzen konnte.

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