Gutachten zum Welterbeantrag Saale-Unstrut

Der Welterbe-Antrag „Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut“ wurde nach der Evaluierung Ende 2014/Anfang 2015 durch ICOMOS ablehnend beurteilt.
Das Welterbe-Komitee der UNESCO entschied auf seiner 39. Sitzung am 5. Juli 2015 in Bonn, den Antrag an den Antragsteller, dem Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e.V. zur Überarbeitung zurück zu verweisen und ihm damit eine zweite Chance zu gewähren.

Besonders in der Kritik stand die Frage, inwieweit das Antragsgebiet tatsächlich eine authentische und integre Kulturlandschaft im Sinne der UNESCO-Kriterien sei. Auch der Begriff der „Herrschaftslandschaft“ stieß auf Unverständnis. Nun sind die bisher als Kulturlandschaft in die Welterbeliste eingetragenen Kulturlandschaften meist sogenannte „Dominantenlandschaften“, in denen ein prägender Faktor vorherrscht, wie etwa Weinbaulandschaften oder Landschaften der Gartenkunst. Mit sehr vielschichtigen Landschaften, die durch ein komplexes Faktorenbündel geprägt wurden – wie eben die Kulturlandschaft um den Naumburger Dom – tun sich die Bewertungsgremien sichtbar schwer. Die „Herrschaftslandschaft“ muss daher als ein Hilfsbegriff gesehen werden, der versucht, die Komplexität mit einem Schlagwort verständlich zu machen.

Für den Antrag habe ich schon im Jahr 2013 ein begleitendes Gutachten verfasst, das knapp zusammenfassend das Wesen einer hochmittelalterlichen Herrschaftslandschaft am herausragenden Beispiel um Naumburg und Freyburg an Saale und Unstrut erläutert. Zudem habe ich dargelegt, dass genau in eben dieser Region das Konzept „Kulturlandschaft“ – so wie es die UNESCO letztendlich heute noch versteht – „erfunden“ wurde.

Da auf dieses Gutachten im mittlerweile öffentlich gewordenen ICOMOS-Gutachten Bezug genommen und dabei seine inhaltliche Position missverständlich dargestellt wird, habe ich mich entschlossen, es der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Es findet sich hier auf der Seite unter Themen.

Derzeit wird der Antrag für eine Wiedereinreichung im Sinne einer Präzisierung und Pointierung überarbeitet. Die Sache selbst, der Naumburger Dom und die ihn umgebende Kulturlandschaft, besitzen weltweite Bedeutung, ob mit oder ohne befürwortende oder ablehnende Stellungnahmen.

Vortrag zur Kurlandschaft jetzt online

Vom 7. bis  9. März 2014 fand in Bad Kissingen das Symposium „Kurort und Modernität“ im Rahmen der transnationalen seriellen Bewerbung „Great Spas of Europe“ um die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes statt.
Ich habe dort einen Vortrag zum Thema „Natur als Innovation. Die Landschaft historischer Kurorte als Therapeutikum“ gehalten. Dabei geht es um die Frage, wie Kurorte die sie umgebende Kulturlandschaft seit dem 18. Jahrhundert zu einer spezifischen „Kurlandschaft“ umgestaltet haben. Sie standen dabei auch in einem Wettbewerb um den Gast, dennoch haben alle bedeutenden Bäder im Wesentlichen mit einem sehr vergleichbaren Kanon gearbeitet.
Die Thematik hat bisher Volkmar Eidloth in zwei Beiträgen fundiert umrissen, der vorliegende Beitrag versteht sich als Erweiterung und Vertiefung dieser Ansätze. Die Beiträge des Symposium sollen publiziert werden, da das Thema aber sehr aktuell diskutiert wird, unter anderem wird ein Workshop unter dem Motto „Kurlandschaft als therapeutische Landschaft – ein vergessener Wert der europäischen Kurstädte“ am 9. und 10. Oktober 2014 in Bad Homburg stattfinden, stelle ich meinen Beitrag hier vorab zur Verfügung.

Vortrag auf dem Kunsthistorikertag in Greifswald

Auf dem Deutschen Kunsthistorikertag, der heuer unter dem Motto „Ohne Grenzen“ vom 20.–24.03.2013 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald stattfand, habe ich einen öffentlichen Abendvortrag zum Thema „Historische Kulturlandschaft und neue Energielandschaft – Erfahrungen aus Bayern“ gehalten. Dabei ging es um die mit der Energiewende verbundenen Folgen für die überlieferte Kulturlandschaft mit ihren Denkmalwerten. Ein besonderes Anliegen war es, auf die Bedeutung dieser Belange in der politischen Diskussion aufmerksam zu machen und Wege zu zeigen, wie diese stärker berücksichtigt werden können.

Anlässlich seiner Tagung verabschiedete der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. seinen so genannten „Greifswalder Appell“, die die Position der Denkmalwerte in der Landschaft, aber auch der Denkmalpflege als Institution im Prozess der Energiewende stärken will.

Mein Vortrag kann hier eingesehen oder hier als PDF heruntergeladen werden.

Vortrag auf der Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in Bremen

Die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland veranstaltete vom 5. bis 8. Juni 2011 ihre Jahrestagung in Bremen unter dem Motto „Unterwegs in Zwischenräumen. Stadt – Garten – Denkmalpflege“. Dabei sollte die Denkmalpflege in großräumigen Strukturen beleuchtet werden, also in Park und Garten, im Städtebau, in der Kulturlandschaft. Auf der von dem kleinen Landesamt für Denkmalpflege in Bremen bestens vorbereiteten und durchgeführten Tagung habe ich einen Überblicksvortrag mit dem Versuch einer Positionsbestimmung zum Thema „Denkmalpflege und Kulturlandschaft“ gehalten. Die Folien des Vortrags stelle ich hier zur Verfügung.