Die Relikte der ehemaligen Chaussee von Coburg nach Gotha über den Thüringer Wald

Kulturlandschaft
Altstraßen
Denkmalpflege
Veröffentlichungsdatum

15. Januar 2026

Noch ganz im Sinne des Absolutismus wurde die 1830-32 erbaute Chaussee auf das zeitgleich erbaute Jagdschloss Ernsts I. in Oberhof axial ausgerichtet, während sie sonst bereits dem Prinzip der „schönen Straße in der schönen Landschaft“ folgte. Grafik: Unbekannter Künstler, um 1835, Friedenstein Stiftung Gotha (FSG) G86,69 (Ausschnitt)

Im Jahr 2026 jährt sich die Geburt des Kleinstaates Sachsen-Coburg und Gotha zum zweihundertsten Mal. Dieses Staatsgebilde mit zwei getrennt liegenden größeren Gebieten sowie einigen kleinen bis winzigen Exklaven entstand am 12. November 1826 mit dem Teilungsvertrag der drei sächsisch-ernestinischen Herzogtümer Hildburghausen, Meiningen und Coburg-Saalfeld, mit dem zum letzten Mal die zersplitterte thüringische Territorialstruktur neu geordnet wurde. Zwar spielte dessen Dynastie auf europäischer Ebene eine außerordentliche Rolle, da deren Vertreter bei der Besetzung neuer Throne und im monarchischen Heiratsmarkt sehr erfolgreich waren. Im Rahmen des Deutschen Bundes und des Deutschen Reiches blieb die Position des Kleinstaates bescheiden. In der Förderung des Zusammenwachsens seiner Landesteile versagte das Doppelherzogtum weitgehend, es wollte über die kaum hundert Jahre seines Bestehens, bis 1918, einfach nicht zusammenwachsen, was nach der Meinung seiner Fürsten zusammenwachsen sollte.

Der erste Fürst, Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha wollte schon mit der Staatsgründung durch den Bau einer Chaussee zwischen seinen beiden Residenzstädten und seinen Ländern eine schnelle Verbindung schaffen, um das Zusammenwachsen zu fördern, wobei er natürlich auch seine privaten Interessen, vor allem die Erreichbarkeit seiner Residenz-, Jagd- und Sommerschlösser im Auge hatte.

Vorgeschichte, Planung, Bau und Wirkung dieser Straße werden im Jubiläumsjahr 2026 an anderer Stelle behandelt werden. Im Rahmen der Ausstellung Coburg | Gotha | 1826 – Ein Herzog. Zwei Residenzen, die in Gotha vom 12. April bis zum 5. Juli und in Coburg vom 22. Mai bis 20. September 2026 mit unterschiedlichen Schwerpunkten gezeigt wird, soll ein Katalog mit einem Beitrag zur Chaussee erscheinen.

Hier soll es um das gehen, was als bauliches und landschaftliches Relikt von diesem Projekt geblieben ist.

Zurück nach oben